U-Bahn oder Freakshow – Ein Erfahrungsbericht

*Werbung – da Marken in Bildern erkennbar*

Die tägliche U-Bahn-Fahrt ist oft ziemlich öde und monoton. Doch ab und zu gesellt sich eine Person oder ein Ereignis in den U-Bahn-Alltag und schon wird die Fahrt zu einer rollenden Freakshow. Und glaubt uns, wir haben schon fast alles in der Bahn gesehen. Natürlich wollen wir euch diese „Zuckerstücke“ des Großstadtdschungels nicht vorenthalten.

Das Schleckermäulchen

Kurz nachdem ich vor drei Jahren nach Hamburg gezogen war, hatte ich meine erste seltsame Begegnung in der Bahn, die mich und meine Sicht auf das U-Bahn-Fahren für immer verändern sollte.

Ich sitze nichts ahnend in der Bahn und da ist so ein Typ – eigentlich recht unscheinbar – der sich in der Nähe der Tür aufhält. Als diese sich schließt, fängt der Kerl doch tatsächlich an die Tür zu küssen. Und zwar mit Zunge. Das leidenschaftliche Leckermäulchen gibt wirklich alles, bis wir zur nächsten Haltestelle kommen und die Tür plötzlich aufgeht. Als ob nichts wäre, spaziert der Mann einfach aus der Bahn heraus, ohne sich noch einmal zu seiner Geliebten umzudrehen.

Ich bleibte angewidert und verwirrt zurück. Ist das gerade wirklich passiert? Nachdem sich mein Blick mit dem meines Sitznachbarn getroffen hat, weiß ich, dass er es auch beobachtet hat. Denn auch er blickt verwirrt und mit etwas Ekel im Blick drein.

Seit diesem Tag fasse ich die Türen in der U-Bahn nur noch selten an und lass lieber andere Leute den Knopf drücken. Denn wer weiß, mit welchen Bahnen der Knutscher schon alles gefahren ist.

Die Taufe

Klingt im ersten Moment vielleicht nach Kirche, aber glaubt mir, auch in der U-Bahn kann man getauft werden. Auch ich durchlief dieses feierliche Ritual im Sommer 2016.

Ich sitzte wie so oft in der Bahn und schaue aus dem Fenster. An der Haltestelle Feldstraße steigt ein Mann ein und setzt sich neben mich. Er riecht etwas streng, aber daran gewöhnt man sich beim ständigen Bahnfahren schnell. Immer wieder fummelt der Herr an seiner Manteltasche herum und es riecht immer stärker nach Bier.

Plötzlich merke ich eine nasse Kälte an meinem Bein. Ich schaue herab und sehe, dass dem Kerl die offene Bierdose in der Manteltasche ausläuft, direkt auf den Sitz. Meine komplette linke Hosenseite ist nass und riecht nach Bier. Aber statt sich zu entschuldigen, steigt der Typ an der nächsten Haltestelle einfach aus und ich bleibe frisch getauft und mit einer nassen Bierhose in der Bahn zurück. Die ganze Bahn- und anschließende Busfahrt schauen mich alle Leute an. Kein Wunder, hatte ich doch eine feuchte Hose und zog eine Bierfahne vom Feinsten hinter mir her. Aber immerhin war es Sommer und ich konnte die Bahntaufe jetzt von meiner Liste streichen. Auch wenn sie eigentlich nie draufgestanden hatte. =)

Diese Bahnfahrt geht durch den Magen

Vor dieser einen Bahnfahrt hätte ich echt gern jemanden gehabt, der mir sagt, dass ich vorher bitte nicht frühstücken soll, denn das wäre besser auf leeren Magen erträglich gewesen.

Voller Freude steige ich in die Bahn ein, denn von außen habe ich gesehen, dass dieses Abteil fast leer ist. Die Chance, einen der begehrten Sitzplätze zu ergattern. Doch als ich einsteige merke ich schon, dass etwas nicht stimmt. Aber da schließen sich schon die Türen und ich bin gefangen. Erst jetzt seh ich, dass jemand an die Decke der U-Bahn gekotzt hat. Wer kann bitte an die Decke kotzen? Und wie groß muss der Druck in diesem Menschen gewesen sein, um so eine Kraft zu haben?

Kurz darauf erreicht mich dann auch das volle Aroma dieses Deckengemäldes. Schnell zieh ich den Kragen meines T-Shirts über Nase und Mund, um mich vor dem Gestank zu schützen. Wie ein Läufer vor dem Start positioniere ich mich vor der Tür und warte sehnsüchtig auf die nächste Haltestelle. Sobald die Tür aufgeht, schnelle ich heraus und kann gerade noch so eine junge Frau warnen, die mit der gleichen Freude einsteigen will, mit der ich zuvor das Abteil betrat. Meine gute Tat des Tages! =)

Wem das Bahnfahren also zu langweilig ist, der sollte einfach mal die Augen offen halten. An jeder Haltestelle und in jeder U-Bahn kann schon die nächste Freakshow warten. In dem Moment ist es vielleicht manchmal nicht so witzig, aber im Nachhinein hat man immer eine spannende Geschichte zu erzählen.

Schreibt uns doch auch mal eure lustigsten Bahn-Erlebnisse in die Kommentare. Wir würden uns feuen! Und denkt daran: Geteiltes Leid ist halbes Leid! =)

Eure Winnie

 

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